39 - ich war faul und distanziert zu meiner Frau und Kindern

Ich war PMO-Süchtig. Gestern erreichte ich den 180-Tage Meilenstein - ein halbes Jahr ohne Pornos. Ich fasse kurz zusammen wo ich herkomme:

 

Ich war definitiv selbstssüchtig, faul und emotional distanziert von meiner Frau und meinen Kindern. Das einzige wofür ich wirklich enthusiastisch gewesen bin, war Porn. Ich unternahm enorme Anstrengungen um es vor meiner Frau geheim zu halten. Ohne hier ins Detail gehen zu wollen, mit manchem was ich tat riskierte ich meine Ehe, meine Familie, meinen Job und habe mögliche Konsequenzen immer ignoriert.

 

 

Es dauerte fast ein Jahrzehnt um wirklich den Tiefpunkt zu erreichen. Es ist keine Sucht die sofort da ist, sondern etwas dass sich langsam, oft über Jahre, aufbaut. In diesem Jahrzehnt ging in meinem Leben eigentich nichts voran. Ich habe auch nicht richtig einschätzen können, wieviel Schaden ich in meiner Familie und besonders bei meiner Frau anrichte. 

 

Die Frau in die ich Hals über Kopf verliebt war, in jenen Tagen wo Porn noch nicht Teil meines Lebnes war. Die Frau die unsere 2 Kinder eboren hat. Die Frau die immer an meiner Seite war, in guten wie in schlechten Zeiten und die mich nie auch nur für eine Minute aufgegeben hat.

 

Irgendwann kam der Tag der sich als der Wendepunkt in meinem Leben herausstellen sollte. An diesem Tag realisierte ich, dass wenn ich nicht jetzt aufhöre, ich es nie tun werde.

 

Mir war zu diesem Zeitpunkt das Ausmaß des Problems nicht vollständig bewusst, aber mir war klar, dass ich ein Problem hatte. Ich traf auf diese Seite und fand mich in den Berichten anderer wieder und alles fing auf einmal an Sinn zu machen. 

 

Während der nächsten Wochen saugte ich jedes bischen Information zu dem Thema auf, dass ich finden konnte. Am Ende war mir klar, dass es bei dieser Abkürzung und keinen Mittelweg für mich geben würde, ich musste Einsatz zeigen um dieses Problem schlussendlich zu überwinden.

 

Ich wurde motiviert durch Posts im Internet und durch meine Frau. Aufgeben war bald keine Option mehr. Und ja, es hat sich gelohnt. Die Verbesserungen war drastisch und wundervoll.

 

Meine Emotionen kamen zurück mit einer Intensitität, die ich über Jahre nicht mehr gekannt habe. Meine Faule Phase verschwandt, ich wurde ein besserer Ehemann und Vater, ich wurde aufmerksamer, weniger schusselig, ohne dass ich weitere Anstregungen dafür unternommen hätte. Ich fand wieder Freude in den einfachsten Dingen, fühlte mich verliebt in meine Frau wie am ersten Tag und führte neue Gewohnheiten ein, wie kalt zu duschen und regelmäßig ins Fitnesstraining zu gehen. 

 

Während dieser 180 Tage, fragte ich mich oft warum mein Reboot so einfach im Vergleich zu anderen war, die jeden Tag kämpfen mussten und 1x die Woche einen Rückfall hatten. Ja, ich hatte Flashbacks, die ich am Anfang nicht einfach verdrängen konnte. Ich hatte üble Stimmungsschwankungen, die mich komplett unvorbereitet trafen. Aber die meiste Zeit war gut. Hier sind die Gründe, warum es mir wahrscheinlich leichter gefallen ist als den meisten:

 

- Wenn Du eine feste Partnerin hast, sei ehrlich mit ihr. Ich kann bestätigen, wie wichtig das ist. Sich Jahre mit Porn herumzuschlagen ohne darüber mit jemandem zu reden würde jeden fertig machen. Deine Frau/Freundin einzuweihen ist fast immer eine bessere Idee als es alleine zu versuchen.

 

- gestehe Dir ein, dass Du ein Problem hast. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern zeigt dass Du in der Lage bist zu reflektieren und Dinge besser zu machen

 

- lies Dich in das Thema gründlich ein. Wissen ist Macht und je besser Du Dich damit auskennst wie Dein Gehirn funktioniert, desto wahrscheinlicher kannst Du es auch in die richtige Richtung steuern

 

- gib nicht auf! Ich sage das aus Erfahrung, weil ich mit dem Rauchen aufgehört habe (wegen meinen Kindern) und mehrere Anläufe brauchte, bis es dann schliesslich klappte

 

Ich schreibe dass um zu zeigen, dass Rückfälle kein Bestandteil des Reboots sein müssen. Wenn möglich, versuche es im ersten Anlauf zu schaffen.

 

 

Das Gefährliche an dieser Sucht ist dass es unmöglich ist zu sehen wie sehr sie Dich beeinträchtigt hat, bis Du lange genug aufgehört hast um den Unterschied zu sehen.

 

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